Hier in der Nähe von Hamburg ist es relativ leicht Menschen zu einem Trialog zu bewegen. DIe meisten Menschen aus Hamburg, die selbst oder in der näheren Umgebung mit psychischen Erkrankungen zu tun haben, kennen Trialoge schon ganz gut. Außerdem sind in Hamburg die Träger der Sozialpsychiatrie in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) vernetzt und tauschen sich auch über Veranstaltungen aus.

Ganz anders sieht es im ländlichen Raum aus. In ländlichen Regionen ist es entscheidend, dass Netzwerk- und Offentlichkeitsarbeit gemacht wird. Die meisten Menschen erfahren von Veranstaltungen aus den Medien oder über Mund-zu-Mund-Propaganda. Da ist die Mitarbeit in einem sozialpsychiatrischen Verbund der Region schon ein wichtiger Baustein.

Zu Beginn gilt es sich Themen zu überlegen, über die Ihr mit den Besuchern sprechen möchte. Trialoge, in denen alle psychischen Erkrankungen angesprochen werden, sind für ländliche Räume besser geeignet als Erkrankungsspezifische. Von Genesungsbegleitern aus Ostfriesland weiß ich, dass sie dort einen Trialog veranstalten wollten, der in den einzelnen Städten der Region reihum stattfindet, so dass jeder Teil der Region erreicht werden kann und niemand zu lange Fahrtwege auf sich nehmen muss. Bzw. lange Wege schrecken manchmal auch Besucher ab.

Wenn der die ersten Schritte getan sind, ist die Öffentlichkeitsarbeit dran. Jemand, der im Gestalten von Flyern und Texten von Artikeln eine kreative Ader hat, ist wichtig. Diese Flyer werden soadann an die verschiedenen Einrichtungen und Menschen verteilt, die persönlich eingeladen werden. Letzteres funktioniert hier in Ahrensburg ganz gut. Anreisewege bis 20km werden in Kauf genommen. Aufgrund einer persönlichen Einladung! Werbung in den Medien ist unerläßlich dafür. Wenn Menschen kommen, die mit einer pschischen Erkrankung wenig oder vermeintlich nichts zu tun haben, wirkt das entstigmatisierend. Wer weiß, eventuell bemerkt jemand, dass er selbst oder ein Angehöriger psychisch erkrankt ist. Grundvoraussetzung für solch eine offene Arbeit ist die Bereitschaft auch in der Öffentlichkeit mit seiner Erkankung aufzutreten.

Beispiele zu Flyern für Trialoge finden sich auf der folgenden Seite http://www.genesungsbegleiter.hamburg/.../cate.../5-trialoge

Wer in und um Ahrensburg an einem Trialog teilnehmen möchte, der ist herzlich zum 3. Trialog Depression am 9. Mai 2019 um 19:00 Uhr eingeladen. Dieses Mal findet der Trialog im großen Saal des Peter-Rantzau-Hauses statt.

Als persönlich Betroffener in der Thematik Depressionen ist es mir ein Anliegen den Austausch unter einander zu fördern. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich wie gut es tut, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. In Selbsthilfegruppen kommen dazu nur Betroffene zusammen und es gibt Selbsthilfegruppen, die extra für Angehörige angelegt sind. Ich finde diese Gruppen sehr hilfreich und leite selbst eine Selbsthilfegruppe für psychisch erkrankte Menschen.

Genauso wichtig finde ich jedoch auch zu erfahren, was die Anderen zu einer Theamtik beitragen können. Hierfür wurde vor einigen Jahren der Trialog erfunden.

Nebenbei ist diese Veranstaltung ein kleiner aber - wie ich finde - wichtiger Beitrag um der Stigmatisierung von Erkrankten entgegen zu wirken.

Was ist Trialog?

Trialog ist eine Gesprächsrunde in der sich drei Gruppen, die mit psychischen Erkrankungen zu tun haben, untereinander gleichberechtigt autauschen: die Betroffenen (Erkrankten), die Angehörigen der psychisch Erkrankten Menschen und die psychiatrischen Fachleute wie Ärzte / Ärztinnen, Psychologen / Psychologinnen, Therapeuten / Therapeutinnen und Pfleger / Pflegerinnen. Zu diesen Gruppen gesellen sich auch einige Genesungsbegleiter / Geneungsbegleiterinnen, die ja meist in wenigstens zwei der drei Gruppen zu verorten sind.

Trialog Depression Hamburg

In Hamburg gibt es bereits seit einigen Jahren zwei Trialog-Veranstaltungen: der "Trialog Borderline" und der "Bergedorfer Trialog". Als ich davon erfuhr, dass in Hamburg ein "Trialog Depression" fehlt, war in mir der Wunsch geweckt, einen solchen Trialog zu installieren. Warum sollte es ausgerechnet zu einer der häufigsten psychischen Erkrankungen keinen Trialog geben? Zusammen mit Mitarbeitern des Rauhen Hauses im Treffpunkt in der Nebendahlstraße erarbeitete ich ein Konzept und führe seit Juli 2016 diese Reihe durch. Mittlerweile kommen bis zu 60 Besucher zu dieser trialogischen Veranstaltung.

Trialog Depression Ahrensburg

Am 22. März 2018 fand durch Unterstützung der Eheleute-Schmöger-Stiftung der erste Trialog Depression im Marstall statt. Sechzig Betroffene, Angehörige, professionell Tätige und Interessierte waren der Einladung gefolgt und beteiligten sich teils rege an dem sehr guten Austausch. Das Thema des Abends lautete "Depression - wer erhofft sich was von wem?". In einige Beiträgen ging es auch im Anderes rund um Depression, was dem guten Austausch jedoch keinen Abbruch tat. Die Gesprächsführung hatte unsere ehemalige Bürgermeisterin Ursula Pepper inne, die auch die stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der Eheleute-Schmöger-Stiftung ist.

Der zweite Trialog Depression in Ahrensburg stand unter dem Thema "Depression und Arbeit - wie gelingt Teilhabe am Arbeitsleben?" und lockte im Dezember 2018 fast 90 Besucher an. Es entstand ein reger Austausch, der einen Widerhall im Hamburger Abendblatt fand. Dazu habe ich auf dieser Seite einen eigenen Beitrag geschrieben.

Momentan laufen die Vorbereitungen zum 3. Trialog Depression in Ahrensburg. Das Thema "Depression und Arbeit - wie gelingt "neu" Teilhabe am Leben durch Arbeit?" wird sich mit dem Themenbereich befassen, was passiert, wenn ich nicht mehr am ersten Arbeitsmarkt teilhaben kann oder möchte. Als Termin wurde der 9. Mai 2019  um 19:00 Uhr festgesetzt. Dieses Mal treffen wir uns im Peter-Rantzau-Haus im großen Saal.

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