Stuhlkreis

Trialog Depression

Als persönlich Betroffener in der Thematik Depressionen ist es mir ein Anliegen den Austausch unter einander zu fördern. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich wie gut es tut, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. In Selbsthilfegruppen kommen dazu nur Betroffene zusammen und es gibt Selbsthilfegruppen, die extra für Angehörige angelegt sind. Ich finde diese Gruppen sehr hilfreich und leite selbst eine Selbsthilfegruppe für psychisch erkrankte Menschen.

Genauso wichtig finde ich jedoch auch zu erfahren, was die Anderen zu einer Theamtik beitragen können. Hierfür wurde vor einigen Jahren der Trialog erfunden.

Nebenbei ist diese Veranstaltung ein kleiner aber - wie ich finde - wichtiger Beitrag um der Stigmatisierung von Erkrankten entgegen zu wirken.

Was ist Trialog?

Trialog ist eine Gesprächsrunde in der sich drei Gruppen, die mit psychischen Erkrankungen zu tun haben, untereinander gleichberechtigt autauschen: die Betroffenen (Erkrankten), die Angehörigen der psychisch Erkrankten Menschen und die psychiatrischen Fachleute wie Ärzte / Ärztinnen, Psychologen / Psychologinnen, Therapeuten / Therapeutinnen und Pfleger / Pflegerinnen. Zu diesen Gruppen gesellen sich auch einige Genesungsbegleiter / Geneungsbegleiterinnen, die ja meist in wenigstens zwei der drei Gruppen zu verorten sind.

Trialog Depression Hamburg

In Hamburg gibt es bereits seit einigen Jahren zwei Trialog-Veranstaltungen: der "Trialog Borderline" und der "Bergedorfer Trialog". Als ich davon erfuhr, dass in Hamburg ein "Trialog Depression" fehlt, war in mir der Wunsch geweckt, einen solchen Trialog zu installieren. Warum sollte es ausgerechnet zu einer der häufigsten psychischen Erkrankungen keinen Trialog geben? Zusammen mit Mitarbeitern des Rauhen Hauses im Treffpunkt in der Nebendahlstraße erarbeitete ich ein Konzept und führe seit Juli 2016 diese Reihe durch. Mittlerweile kommen bis zu 60 Besucher zu dieser trialogischen Veranstaltung.

Trialog Depression Ahrensburg

Am 22. März 2018 fand durch Unterstützung der Eheleute-Schmöger-Stiftung der erste Trialog Depression im Marstall statt. Sechzig Betroffene, Angehörige, professionell Tätige und Interessierte waren der Einladung gefolgt und beteiligten sich teils rege an dem sehr guten Austausch. Das Thema des Abends lautete "Depression - wer erhofft sich was von wem?". In einige Beiträgen ging es auch im Anderes rund um Depression, was dem guten Austausch jedoch keinen Abbruch tat. Die Gesprächsführung hatte unsere ehemalige Bürgermeisterin Ursula Pepper inne, die auch die stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der Eheleute-Schmöger-Stiftung ist.

Der zweite Trialog Depression in Ahrensburg stand unter dem Thema "Depression und Arbeit - wie gelingt Teilhabe am Arbeitsleben?" und lockte im Dezember 2018 fast 90 Besucher an. Es entstand ein reger Austausch, der einen Widerhall im Hamburger Abendblatt fand. Dazu habe ich auf dieser Seite einen eigenen Beitrag geschrieben.

Momentan laufen die Vorbereitungen zum 3. Trialog Depression in Ahrensburg. Das Thema "Depression und Arbeit - wie gelingt "neu" Teilhabe am Leben durch Arbeit?" wird sich mit dem Themenbereich befassen, was passiert, wenn ich nicht mehr am ersten Arbeitsmarkt teilhaben kann oder möchte. Als Termin wurde der 9. Mai 2019  um 19:00 Uhr festgesetzt. Dieses Mal treffen wir uns im Peter-Rantzau-Haus im großen Saal.

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